Ergebnisprotokoll 2008

Ergebnisprotokoll
Gemeinsam lernen in Europa
GRUNDTVIG-Projekt:
Lernen wie Pippi Langstrumpf-Interdisziplinäre System-Bildung für das Lernen von Erwachsenen
Treffen in der Akademie Remscheid
am 15.bis 17. November 2008

In der Vorbereitung für den Novembertermin haben Karl Lichtenberg und Roland Oesker sich folgenden Arbeitsplan zurechtgelegt:
1. Kennenlernen (persönliches, Arbeitsfelder, Interessen)
2. regelmäßige Kommunikation über die website (s. Thesenpapier Roland Oesker)
3. Zeitplanung formaler Projektverlauf; Termine der Besuche
4. Aufgabenverteilung
5. Exkursionen in die schöne Umgebung von Remscheid (einschließlich Köln)
( Organisation Karl Lichtenberg)
1.Kennenlernen
Die Lernpartner stellen sich und ihre Arbeitsfelder noch einmal kurz vor und formulieren ihre Erwartungen betreffend einer Verbindung ihrer aktuellen Arbeit zur interdisziplinären Arbeit.

Die Praxisfelder der jeweiligen Institutionen sind sehr unterschiedlich und durch folgende Felder vertreten:
●    Bildende Kunst und Werkpädagogik
●    Ausdruck und Körper in Bewegung
●    Gestaltung von Organisation und Kommunikation
●    Mutimedia-Kommunikation mit Informations-Technologien.

Die Erfahrungen zum Thema interdisziplinären Systembildung sind ebenfalls verschieden :
So beschäftigt sich Roland Oesker schon sehr lange mit Aspekten des Themas, wie z. B.
-neue interdisziplinäre Lernformen erproben und Ideen einer Brücke zwischen Kunst und Wissenschaft entwickeln,
-Lernen am Motiv in seiner Ganzheit und nicht mit der Trennung durch Sparten oder Disziplinen,
-künstlerische Gestaltung als Lernform gleichberechtigt mit kognitiven Formen verbinden,
-Lernen mit ästhetischen Ausdrucksformen die sinnlich und fachübergreifend sind,
-Lernen mit Metaphern und Gegensatzpaaren, die geeignet sind, eigene Systeme der Auseinandersetzung mit dem Motiv zu bilden.

Er veröffentlichte zu diesem Thema auch schon Fachartikel und bringt das Thema „Ganzheitliche Pädagogik der System-Bildung“, also auch die Ergebnisse dieses Europa-Projektes, in die Erwachsenenbildung an der Akademie Remscheid ein.

Markus Herschbach hat in Dänemark durch die Gründung des ersten Dänischen Instituts für interdisziplinäre System-Bildung als Folge dieses Europa-Projektes,  einen besonderen Standort für forschendes Lernen im Sinne des innovativen Ansatzes geschaffen. Durch die Zusammenarbeit mit Heiko Frost, dem Leiter der Bildungsstätte Jugendhof Knivsberg in Rødekro ergeben sich weiter Möglichkeiten, Ergebnisse des Projektes in die Bildungsarbeit vor Ort in Dänemark in die Praxis zu implementieren.

Die Tournesols sehen die Verbindung zu ihrer Arbeit ( Körper und Ausdruck in Bewegung)in der Idee sich auf die Fragen und Antworten der Projektgruppe einzulassen und sie in ihre Arbeit mit zu nehmen, so dass die interdisziplinäre Systembildung ihnen praktisch immer bewusster wird und später einmal als theoretisches Wissen dienen kann.

Für Mario Nantscheff stellt sich ist die Frage, wie er sich und seiner Arbeit (Gestaltung von Organisation und Kommunikation) in Bezug zu diesem Thema positioniert,und wie er das Erfahrene in seinen Arbeitsalltag einfließen lassen kann:In wieweit Prozesse des „Entlernens“ und „Neu-Aneignens im Lernvorgehen“ bestehender und weithin akzeptierter didaktischer
Systeme in diesem Fall: Ein europaweit validiertes und breit angewandtes
Personalentwicklungsmodell (INSIGHTS MDI) durch spielerisches Experimentieren
mit dessen Bausteinen, neue Systeme und Erkenntnismethoden für das Lernen in Erwachsenengruppen gewonnen werden können. Im Fall des französischen Partners: Führungskräften aus den Dienstleistungsbranchen Soziales, Bildung, Erziehung und Gesundheit.
Ein mikrodidaktischen Curriculums für die Erwachsenenbildung kann erarbeitet werden, sofern der Prozess ein solches in verwertbarer Weise ergeben sollte (diese Ergebnisoffenheit gehört zum Prinzip des Projektes!). In jenem Fall werden Möglichkeiten der „Übersetzung“ des Curriculums in die anderen Lernkulturen der Projekt-Partner Abschlussthema der Mobilität sein und ebenfalls dokumentiert werden.

Die für alle Institutionen verbindende Idee, ist das Bild vom Menschen als Gestalter seiner eigenen Wirklichkeit.( ich mache mir die Welt, so wie sie mir gefällt) Für dieses Ziel ist das „selbsttätige forschende Lernen“, wie es in der „Interdisziplinären System-Bildung“ angesprochen wird, eine wichtige Grundlage.
Dazu eine kleine Sprachgeschichte von „Forschung“ und „Lehre“
„Forschung“ geht auf die indogermanische Wurzel „perek“ zurück: „wühlen, aufreißen“; heute noch in unserem Wort „Ferkel“. Das kleine Schwein, das im Boden wühlt, ist also der Wort-Vorläufer des heutigen Forschers. Die Bedeutung hat sich von „wühlen“ über das mittelhochdeutsche „Furchen-ziehen, pflügen“ zum heutigen „suchen, forschen“ gewandelt. Forschen kommt also vom Ackerbau her.

„Lehre“ gehört zusammen mit unserem heutigen „List“ zur Wortfamilie „leisten“, das ist ursprünglich „Fußabdruck, Spur“ – vgl. „des Schusters Leisten“ – und dann auch „Jagd“. „Lernen“ ist also „einer Spur nachgehen, einem Wild nachspüren“.

„Lehren“ ist in diesem Sinne: „jemanden nachspüren lassen, zum Nachspüren verhelfen“.
(  Ausschnitt aus Lehrtipps der Johannes Gutenberg Universität Mainz – Zentrum für Qualitätssicherung und Entwicklung.)

Nach dieser ersten Theorierunde kam das Mittagessen und danach die Praxis einer interdisziplinären Lernlandschaft-Kultur-Europa: das römisch-germanische Museum in Köln zu besuchen.
Der Alltag im römischen Köln, das Leben in der neu gegründeten römischen Stadt. Exklusiv und in bester Wohnlage: Die Stadtvilla mit dem Dionysos-Mosaik. Zwischen Bescheidenheit und Luxus: Gebrauchsgüter des täglichen Lebens. Mode im Straßenbild: römische und einheimische Kleidung. Schmuck und Kosmetik: Edle Materialien für Eleganz und Schönheit waren Thema der Führung durch dieses interessante  Museum. Anschliessend gedachten wir Theophanu, einer wirklich starken Frau der europäischen Geschichte, und besuchten ihren Sarkophag in Köln.
Hier haben wir den Erzählungen eines sachkundigen Kunst- und Kirchenhistorikers gelauscht. Herr Jean-Bruno Broicher führte uns eindrucksvoll mit seinen lebendigen Schilderungen in das Leben der Kaiserin Theophanu und zeigte uns den besonderen Ort ihres Wirkens, die Kirche des heiligen Pantaleon in Köln.

Am folgenden Tag führte uns das von Roland Oesker vorbereitete Arbeitspapier zum zweiten Punkt der Tagesordnung:
Regelmässige Kommunikation über die website und Präsentation des Projektes in der Öffentlichkeit.
Die Arbeitsthese:
«Alle Ergebnisse, die das Projekt in visualisierbarer Form produziert, sind auch Materialien der Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt.
Daher sollten alle Ausarbeitungen so gehalten sein, dass sie gleich für ein größeres Umfeld interessant sind und somit auch ins Netz gestellt
werden können. So kann jeder interessierte Internetuser am Entwicklungsfortschritt des Projektes teilnehmen. Die Internetseite des Projektes kann dann eine „Open-Distance-Learning-Platform“ für das Thema „Lernen wie Pippi Langstrumpf“ werden. Gleichzeitig hat das Projekt dann eine nachhaltige Qualität.»

Diskussion zur Reallisation der website.
Ausgangslage:
Nach dem vorbereiteten Besuch in Dänemark wurde seitens der Akademie Remscheid, welche auch den Antrag stellte, die website „www.langstrumpf-system.de“ eingerichtet.
Wie kann sich nun die Internetseite weiterentwickeln?
Mario Nantscheff führte uns in die Technik der webauftritte ein und informiert uns an Internetbeispielen über den Unterschied zwischen zielgruppenorientierten Webeseiten.
-Wer bist du und was suchst du und was könnte dich zu uns führen?
-Wie viele unterschiedliche Zielgruppen werden angesprochen?
-Kann Inhalt und Layout entsprechend der Zielgruppe varieren?
-Was sind themenorientierte Webseiten, wo ist mein Nutzen, was findet man?
-Wird motiviert, in verschiedenen, unterteilten Angeboten sich informieren zu können.
Es ergaben sich Aufgaben:
-Definition von unserem Projekt, Inhalte, die wir vermitteln möchten,
-Benutzerorientierung,
-Literaturliste,
-Sitemap,
-Teilnehmerpräsentation,
-Entwicklungsschritte,
-Definition von Begrifflichkeiten,
-Theoretische Grundlage,
-Ideen zum Thema: Design z.B. Logo

Diskussion um die Zielgruppen:
Wir haben eine zentrale Plattform, wo wir prozessorientiert arbeiten.
Inwieweit können sich andere Leute an diesem  Prozess beteiligen, wie können wir das ermöglichen?
Externe am Prozess beteiligte mögliche Zielgruppen :
●    Umfeld partnerspezifisch gesehen.
●    den lernenden Erwachsenen.
●    die Vermittlende
●    Die Fachpraktiker
●    Persönlichkeitsentwicklungsinteressierte Individuen.

Nach dieser Diskussionsrunde wurde in einem brainstorming eine Sammlung von Begriffen erarbeitet, die auf der Webseite für unsere Anliegen von Bedeutung sein können:

Lernen, Spunk, Bildung, Pippi Langstrumpf, Partnernamen, Astrid Lindgren,System interdisziplinär, fachübergreifend,ganzheitliches Lernen, forschen, Erwachsenenbildung, experimentieren, innovatives Konzept ästhetischer Bildung, Grenzland, Managmenttraining, Theater/Musik, Rhythmik, Blaustich, Bewegung, Führungskräfte, intergeneratives-interkulturelles Lernen, Kultur, Senioren, Kunst, Projekt, Europa, Grundtvig, Wahrnehmung, Bestimmer, Eigenverantwortung, Kommunikation, Begegnung, lebenslanges Lernen, Selbsttätigkeit, Lernpartner.

Apprendre, Spunk, formation, fifi brindacier, Astrid Lindgren, système interdisciplinaire, apprentissage collaboratif, apprentissage global, éducation des adultes, expérimenter,concept innovatif, science esthétique, pays frontaliers, apprentissage en management ,théâtre, musique, rythmique, Blaustich, mouvement, cadres, apprentissage intergénérationnel et interculturels, culture, seniors, art, projet, europe, Grundtvig, perception, déterminer son propre monde, responsabilité, communication, rencontre, formation tout au long de la vie, autoactif, partenariats éducatifs.

Stichworte, die sich besonders auf die   interaktive System-Bildung beziehen:
Forschendes Lernen, Selbsttätigkeit. Bestimmer und Weltgestalter, Gestalten mit dem Zufall, Intuition und Erkenntnis, Lernen mit der Metapher, Nichtlinearität im Denken, Heuristik, Gestaltbildung.

apprentissage basé sur la recherche, autoactif, définir et former son propre monde, accepter et utiliser le hasard, intuition et connaissance, explorer la métaphore,pas de pensée linéaire, Heuristik, formation en Gestalt.

Folgende Entscheidungen sind von der Arbeitsgruppe getroffen worden :

●    www.Langstrumpf-system.de ist eine selbständige Seite.
●    www.langstrumpf-system.eu wird eingerichet
●    Für die Botschaften und Inhalte ist unsere Arbeitsgruppe verantwortlich.
●    Jeder von uns sollte viele Gelegenheiten ergreifen um links zu gestalten und die Seite zu zitieren.
●    Informationen über die Teilnehmer sollten auf der homepage sein mit Verweisung auf die von ihnen vertretenden Einrichtungen.
●    Jede an dem EU-Projekt beteiligte Person geht mit den Projektinfos um, wie es dem eigenen Nutzen entspricht.
●    Die Pflege und Aktualisierung der Webseite sollt nach dem Aufbau von uns allen möglich sein.
●    Benutzung des Logos von allen Einrichtungen
●    Markenrecherche Langstrumpf-System ( Mario)
●    Der interne blog ist nur mit code zugängig.
●    Die statischen Seiten werden in verschiedenen Sprachen übesetzt.
●    Kommt eine Anfrage in einer Fremdsprache ( z.b. französisch) gehen wir dieser  selbstverständlich entgegen
●    Das Impressum muss auf der Seite stehen.
Rechte:
Formulierung eines Kurzvertrages unter den Teilnehmern.
für den Projektverlauf entstehende Photos,auf der webseite veröffentliche nicht namentlich gekennzeichneten Texte, formulierte Ideen,werden die Nutzungsrechte an die Projektgruppe räumlich unbegrenzt und zeitlich ungeschränkt übertragen.
Namentlich gekennzeichnete Texte unterliegen dem nationalen Urheberrecht.

Organisation der  nächsten Treffen:

23. -25.Januar 2009:             Luxemburg
15.- 18.Mai 2009 :                     Frankreich
02 – 05.Oktober 2009:            Dänemark
18. – 22.Februar 2010:            Schweden

Das Treffen fand einen Abschluss mit einem Vortrag von Roland Oesker und einer ertragreichen Diskussion zum Thema:
„Unsere Wahrnehmung ist eine Konstruktion der Wirklichkeit, das befähigt uns dazu, Bestimmer unserer Welt zu sein“.
Dieser Teil wird mit einer Zusammenfassung dargestellt, der noch erarbeitet wird und in Kürze hier eingestellt wird.

Dieses Projekt wird von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Bildung und Kultur unterstützt.logoeu3